Alle Rezensionen zu Sophie Dunér Quartet( Peter Bickl, Nordische Musik )
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)
The Rain In The Spain
(2006, CIMP #341)
C.I.M.P. bedeutet Creative Improvised Music Project; dahinter verbirgt sich eine Record Company mit besonderem Anspruch an die Aufnahmetechnik: mit bestmöglichen Mikrophonen direkt aufs Master, ohne Hall und andere Effekte, ohne großes Abmischen oder Bearbeiten. Das heißt: Alles klingt, wie es original klingt. Klingt prima, allerdings ziemlich leise, worunter besonders der Kontrabass leidet.
Ebenso ungewöhnlich wie das Label und dessen Aufnahmetechnik ist die Schwedin Sophie Dunér; sie ist viel mehr als eine (Jazz-)Sängerin. Mit einer ungeheuren Bandbreite an stimmlichen Möglichkeiten und noch mehr Phantasie erschafft sie ihr eigenes Song-Universum zwischen Jazz, Chanson, Folk und fast Poetry Slam-geeigneten Songs, schräg und gewöhnungsbedürftig. Und mit einer Vorliebe für Duke Ellington, der angesichts ihrer hochinteressanten Versionen von »Caravan«, »Lush Life« und »Paris Blues« die Ohren gespitzt hätte. Ihre eigenen Stücke heißen »Jack The Ripper«, »The Multiple Useful« oder »Two Time Losers« und klingen auch so. Nicht ganz so abgedreht agieren Gitarrist Rory Scott, der feine Percussionist Kahlil Kwane Bell und Bassist Matt Penman. Und wenn man für Sophie Dunér schon eine Schublade braucht (Pardon, Sophie!), dann diese: Ani DiFranco mit Hut, bloß anders. Jazziger. (tjk)